Nach zwei Jahren Pandemie (k)ein Ende abzusehen. (Care)Arbeit trotz Pandemie – klar doch. Es wird der Normalzustand fleißig weiter reproduziert – das bisschen Lieferengpass, das wird schon wieder. Weihnachten wird trotzdem gefeiert. Autos müssen weiterverkauft werden. Ob dieses Jahr Silvester wieder geballert werden kann? Burn Out.

...zum Editorial

Kontext

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Machtvolle Gefüge zwischen Differenz und Vielheit

Für eine verbindende Machttheorie und kollektive Handlungsmacht von links

Marcus Hawel

Herrschaft, Autorität, Zwang und Gewalt sind zentrale Begriffe innerhalb von Machtdiskursen. Macht wird dabei oft synonym für erstere gebraucht, die letztlich selbst aber von Machtbeziehungen durchzogen sind. Wie können diese Machtbeziehungen und -konzepte theoretisch gefasst und für eine linke Bewegungspolitik als Aufruf zu einer verbindenden Machttheorie produktiv gemacht werden?

Bildpolitik

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Someone is getting rich

Das Küntler*innenkollektiv Claire Fontaine

Claire Fontaine

Claire Fontaine ist ein 2004 in Paris gegründetes Künstler*innenkollektiv, das sich nach einer französischen Schreibwarenmarke benennt und sich als «readymade artist» bezeichnet. Zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist es, Probleme und Ambivalenzen des Kapitalismus herauszustellen und die politische Ohnmacht programmatisch zum Gegenstandwie auch zum Mittel ihrer Arbeit zu machen. Die Maschinerie des Kunstmarkts ist für Claire Fontaine kein ‹guter› Ort, um Kunstwerke zu zeigen, da er von einer neoliberalen und kapitalistischen Warenförmigkeit durchzogen ist. Nichtsdestoweniger will das Kollektiv diesen Raum für sich beanspruchen, um mit ihren Werken Störungen und kritische Interventionen zu produzieren. Claire Fontaine befragen dabei nicht nur die ästhetischen und strukturellen Normen der Kunstwelt, sondern insbesondere hierarchische Ungleichheits- und damit Machtverhältnisse. Dabei beziehen sie die Besucher*innen – und mit dieser arranca!-Ausgabe auch ihre Leser*innen – mit ein, indem sie und wir daran glauben, dass wir gemeinsam Dinge verändern und möglich machen können. Daher erweitern wir in dieser arranca!-Ausgabe den Kunstraum und verknüpfen die fotografischen und installativen Arbeiten von Claire Fontaine mit unseren Machtfragen.

Thema

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Bewegung und Ziel

Revolutionen, Machtfragen und Beziehungsweisen – die arranca! im Gespräch mit Bini Adamczak

Bini Adamczak & Redaktion

In ihrem Buch Beziehungsweise Revolution blickt Bini Adamczak auf die 1917er Revolution und die 1968er Bewegung als epochale Umbrüche in den vergangenen 100 Jahren zurück. Dabei betrachtet sie diese oft zitierten Blaupausen für revolutionäre Veränderung mit dem Analysewerkzeug der Beziehungsweisen. Wir sprachen mit ihr darüber, wie sich dieser Blick auf heutige Machtfragen und soziale Bewegungen anwenden lässt.

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Der Kampf gegen das System Auto

Hegemoniale Erzählungen sichtbar machen und angreifen

Hazel Rahn & Ina Schaf

Wie lassen sich Machtverhältnisse ändern, wenn die herrschenden Akteur*innen den Status quo verteidigen, indem sie sich die Deutungshoheit über (scheinbare) Alternativen zu eigen machen? Dieser Frage gehen wir am Beispiel der Klimagerechtigkeitsbewegung im Kampf gegen die Verbindung aus Automobilkonzernen und Staat nach. Wir geben gesammelte Erfahrungen wieder und tragen die Herausforderungen zusammen, vor denen wir dabei als Bewegung und emanzipatorische Linke in naher Zukunft stehen.

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Auf wen ich die Waffe richte, wird sich noch zeigen

Teaser eines SciFi-Romans zur Verschmelzung von Sozial- und Polizeiarbeit

Annika Klüh

«Ich bin noch nicht lange Sozialarbeiterin, aber ich kannte es bisher so, dass wir Macht über die Menschen hatten, mit denen wir arbeiten, aber weder sie noch wir hatten Einfluss auf … irgendetwas. Das ist ein verdammtes Scheißgefühl, kann ich dir sagen, wenn du den ganzen Tag mit Menschen verbringst, die die Gesellschaft einfach nicht haben will und du kannst es nicht ändern.»


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