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„Ihr repräsentiert uns nicht!“ - Der Slogan der spanischen 15m-Bewegung bringt ein tiefes Unbehagen zum Ausdruck, eine breite Unzufriedenheit mit einem politischen System, mit dem sich viele Menschen nicht mehr identifizieren können. Was in den Massenprotesten gegen die Austeritätspolitik in Südeuropa, in Platzbesetzungen und Stadtteilversammlungen nur zu deutlich wurde, geistert doch auch hierzulande schon länger durch die Medien: Es herrsche Politikverdrossenheit, Parteien und Gewerkschaften laufen die Mitglieder weg, Spielräume für demokratische Prozesse scheinen sich irgendwo zwischen den Erfordernissen „der Finanzmärkte“ und den Sachzwängen der „Wettbewerbsfähigkeit“ des Exportstandorts aufzulösen – so wie in Angela Merkels Schlagwort von der „marktkonformen Demokratie“, in der die parlamentarische Mitbestimmung so gestaltet werden soll, dass sie den Erfordernissen „der Märkte“ entspricht. Aber damit ist in der Krise auch der Begriff der Demokratie frei geworden. Statt bei der Kritik an formaler, parlamentarischer Demokratie stehen zu bleiben, wird der Begriff neu besetzt: Im Zuge der autoritären Kürzungspolitik spricht sich nicht nur in Spanien herum: „Sie nennen es Demokratie, aber es ist keine!“

Neue DeadlinesDer Einsendeschluss für eure Artikelvorschläge ist der 25. April,
Redaktionsschluss für die ausgearbeiteten Artikel ist der 15. Juni.

Aktuelle Ausgabe:

arranca! #46: re:re:fwd: Internationalismus

Editorial

Hamburg, 1. Mai 1975 – aus der 1. Mai-Demonstration der Gewerkschaften heraus löst sich eine von internationalistischen Inhalten bestimmte Demonstration mit 6.000 Teilnehmer_innen. Die Redner_innen der Kundgebung werden immer wieder von frenetischem Beifall unterbrochen, insbesondere jene aus dem Ausland. Wieder und wieder wird »Hoch die internationale Solidarität« und Parolen auf Spanisch und Portugiesisch angestimmt. Im Anschluss werden auf einer antiimperialistischen Feierlichkeit in den Hamburger Messehallen mit rund viereinhalb Tausend Teilnehmer_innen fast 30.000 DM für den Vietcong gesammelt.

Kairo, 11. Februar 2011 – mehr als 30 Jahre später zwingen durch die Jasminrevolution in Tunesien angefachte Massenproteste den ägyptischen Präsidenten Muhammad Husni Mubarak zum Rücktritt. Inspiriert von den Protesten in Tunesien und Ägypten entstehen in vielen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas Protestbewegungen gegen die politische und soziale Situation.

Unter dem Eindruck dieser Protestbewegungen kommt es auch in Südeuropa und Nordamerika zu gewaltigen Protesten gegen die »undemokratische « Politik der dortigen Regierungen und ihre neoliberalen Sparprogramme – der Hegemonieanspruch des neoliberalen Kapitalismus muss teilweise erhebliche Einbußen hinnehmen. Bemerkenswert sind hierbei vor allem die zahlreichen Gemeinsamkeiten im Ausdruck der unterschiedlichen Kämpfe. In Deutschland bleiben diese Proteste eher verhalten.

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