MilitanteUntersuchung

Aufgaben, die gemeinsam bewältigt werden müssen

Ein Gespräch über das »Gründungspapier« des Revolutionären Kampfes

GenossInnen von FelS diskutierten diesen Sommer über das Gründungspapier
»Untersuchung – Aktion – Organisation« der Gruppe
Revolutionärer Kampf (RK). Wir dokumentieren dieses Gespräch
und geben danach eine kurze Zusammenfassung des Papiers, das
komplett auf der Website der arranca! nachzulesen ist.

Erschienen in arranca! #35

Editorial

Es ist Krise und wir schlagen vor, über Methoden zu reden. Methoden, die da ansetzen, wo wir leben, lieben und kämpfen. Methoden, die fragen, zuhören und hinschauen – Untersuchungen. Nicht „Wie hängen Finanz-, Ernährungs- und Energiekrise zusammen?“ (wüssten wir trotzdem gerne), sondern „Wie geht es mir beim Hangeln von Projekt zu Job zu Projekt?“ / „Wie würdest Du gerne wohnen, arbeiten, leben?“ / „Was macht mich krank?“ / „Wo können wir zusammenkommen?“

Erschienen in arranca! #39

Sozialistischer Gebrauch des Arbeiterfragebogens

Dieser Text ist die schriftliche Übertragung des auf Band aufgenommenen Diskussionsbeitrags von Raniero Panzieri auf einem in Turin im September 1964 veranstalteten Seminar mit dem Thema ArbeiterInnenbefragung.

Erschienen in arranca! #39

Arbeiten und Arbeiten und Machen und Tun

Eine Selbstuntersuchung beim Berliner Mayday

Die (Euro)Mayday-Paraden, die seit 2001 stattfinden, stellen einen der wichtigsten europaweiten Versuche dar, die Prekarisierung von Arbeit und Leben im Neoliberalismus zu thematisieren. Ein zentrales Ziel der Paraden ist es, die Kämpfe von Prekarisierten zusammenzubringen und sichtbar zu machen, frei nach dem Motto ‚Vom Wischmop bis zum Laptop’. In Berlin finden sie seit 2006 statt. Im Vorfeld des Mayday 2008 beschlossen wir, die Zusammensetzung der Parade genauer zu betrachten. Wir fragten uns, was diese über die Beschränkungen und Möglichkeiten aussagt – sowohl der Parade selbst als auch für politische Intervention. Wie ‚prekär’ sind die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Teilnehmenden? Welche (prekären) Subjektivitäten werden auf der Parade repräsentiert, welche nicht? Neben diesen Aspekten interessierte uns, was die Teilnehmenden der Parade überhaupt selbst unter Prekarisierung verstehen, was sie sich unter einem schönen Leben vorstellen und wie sie dieses organisieren (oder nicht). Uns ging es darum herauszufinden, inwiefern und wie die TeilnehmerInnen der Parade in prekäre Arbeitsprozesse eingebunden sind und wie diese zum Ort antikapitalistischer Kämpfe werden können.

Erschienen in arranca! #39

Moderner Klassenkampf mit Fragebogen

Untersuchungen auf der Berlinale und dem Berliner Mayday

Ein Interview mit AktivistInnen des Berliner Mayday und der Berliner Gruppe
Für eine linke Strömung (FelS) über die Untersuchungen auf der Mayday-
Parade und während der Berlinale

Erschienen in arranca! #39

Und Action!

Aktionsforschung: Die grosse Schwester der Militanten Untersuchung

Aktionsforschung, auch Tat- oder Handlungsforschung genannt, heißt ein sozialwissenschaftlicher Ansatz, der üblicherweise folgende Merkmale aufweist: Erstens nehmen ‚Laien’, also Nicht- WissenschaftlerInnen an der Forschung teil. Die Teilnahme soll die Perspektive der professionell Forschenden erweitern und gegebenenfalls korrigieren. Zweitens ist das Ziel der Forschung, mittels einer intervenierenden Aktion ein bestimmtes gesellschaftliches Problem zu lösen oder zu bearbeiten, von dem die Laien und eventuell auch die professionell Forschenden selber betroffen sind. Drittens sollen mit Hilfe der Aktion neue Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Intervention selber und über Charakteristika der gesellschaftlichen Strukturen, die durch die (versuchte) Veränderung deutlich werden, gewonnen werden.

Erschienen in arranca! #39

Colectivo Situaciones

Militante Untersuchung unter Einsatz des Körpers

In Argentinien vervielfältigten sich während der 1990er Jahre die Kämpfe für Gerechtigkeit und Würde. Diese Kämpfe, die nach dem Aufstand von 2001/2002 sichtbarer wurden, bestärkten den Widerstand gegenüber der neoliberalen Verkürzung aller Lebensaspekte auf ökonomische Zwecke und gegenüber der offensichtlichen Leere der parlamentarischen Demokratie. Zu den vielen in diese Kämpfe involvierten Bewegungen und Gruppen gehören Erwerbslose, FabrikbesetzerInnen, Menschenrechtsgruppen, öffentliche Stadtteilversammlungen sowie alternative Gesundheits-, Bildungs-, und Kunstprojekte. Viele dieser Initiativen lehnten traditionelle linke Praktiken ab, da diese lokales widerständiges Wissen abwerteten und es einem strategischen Kalkül unterordneten. Sie unterstrichen, dass Intellektuelle sich nicht mehr anmaßen können, das innerhalb der Bewegungen fehlende Bewusstsein zu sein. So erzwangen sie eine Anerkennung der situativ-kreativen Kräfte der sozialen Auseinandersetzung und Kämpfe.

Erschienen in arranca! #39

Den Blick auf allen Ebenen schweifen lassen

Untersuchung und Organisierung im Call-Center

Die Gruppe Kolinko hat in den Jahren 1999 bis 2002 eine Militante Untersuchung in Call Centern im Ruhrgebiet durchgeführt. Die Ergebnisse und Entwicklungen wurden auf ihrer Webseite (http://nadir.org/nadir/initiativ/ kolinko/) und im Buch hotlines - call center / untersuchung / kommunismus dokumentiert.
Die arranca! sprach mit Sweet Potato und Boxcar Joe von Kolinko über ihr Konzept von Militanter Untersuchung.

Erschienen in arranca! #39

Von Wirbelwinden und Windspielen

'Movement Building' und Militante Untersuchung in den USA

Wir von Team Colors, AktivistInnen in einem bewegungsorientierten Forschungskollektiv, nutzten die 2008 in den USA stattfi ndenden Protestaktionen aus Anlass der Parteitage der Demokratischen und der Republikanische Partei dazu, eine strategische Untersuchung über ‚Movement Building‘ und die Konstruktion von Klasse anzustoßen.

Erschienen in arranca! #39

Was macht mich krank?

Ein strategischer Diskurs, ein 'Nicht-Bündnis' und eine aktivierende Befragung

Im Vorfeld der Proteste gegen den G8-Gipfel in Heiligendamm trat ein Bündnis an die Öffentlichkeit, das gar kein ‚Bündnis’ sein wollte und dies noch immer nicht ist. Als Initiative für Globale Soziale Rechte geht es der merkwürdigen Formation nicht um einen kurz- oder mittelfristig abgezweckten taktischen Konsens, sondern um eine langfristig angelegte strategische Debatte. Dem entspricht, dass die Beteiligten ihre politische Zugehörigkeit zwar offen benennen und einbringen, dabei jedoch nicht als deren ‚Repräsentant/innen’ auftreten. Den Kern der Initiative bilden bis jetzt Aktivist/innen bzw. Mitarbeiter/innen von attac, der IG Metall, des Netzwerks kein mensch ist illegal, von Greenpeace und medico international, wiederholt mitgewirkt haben Mitarbeiter/ innen von FIAN (Food First Informations- und Aktions-Netzwerk). Gemeinsames Ziel ist eine offene Verständigung über Weg und Ziel einer Emanzipationspolitik im und gegen den globalisierten Kapitalismus. Der wörtlich gemeinten Bestimmung „im und gegen“ entspricht die Absicht, die Debatte um Globale Soziale Rechte der ‚moderaten’ wie der ‚radikalen’ Linken anzutragen.

Erschienen in arranca! #39

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