Kunst

Reden über Klassik

Beethovens Cello-Sonate op.69 – Teil 2

Teil 2 eines Vortrages von Peter Schleunig aus der arranca! Nr. 2

Erschienen in arranca! #3

"Vor diesem Hintergrund untragbar"

Linke, Kunst und Zensur - Text einer Hamburger Gruppe und ein Kommentar der Arranca!-Redaktion

Anlaß dieses Aufsatzes sind einige militante Eingriffe in den Kulturbetrieb der letzten Jahre, u. a. der Versuch, die Aufführung des Films „Terror 2000" in einem Berliner Kino zu verhindern. Die Aktivisten dieser oder vergleichbarer Aktionen gehören meistens zu marginalen, radikalen Minderheiten, die Bandbreite reicht von Blockaden, wie die des „Deutschsein"- Symposiums in Düsseldorf, über Beschädigungen, so geschehen bei sexistischen Ausstellungen in Hamburg, bishin zu Zerstörungen und Handgreiflichkeiten.

Der Artikel enthält ebenso eine Antwort der Arranca!-Redaktion auf den Text der Hamburger Gruppe.

Erschienen in arranca! #3

Beethovens Cello-Sonate op.69

Teil 1 eines Vortrages

Eigentlich sollte ein Vor­trag über ein Musikstück nach dessen Erklingen gehalten werden, nicht aber vorher, damit sich die innere Produktion der Hörenden ohne andere Einflüsse als die Musik entwickeln kann, nicht durch Analytisches, Bio­graphisches oder Anekdo­tisches vorgeformt, ver­borgen oder gehemmt wird. So jedenfalls könnte man denken.
Das jedoch ist der Gedanke, der der Musik eine Sonderstellung unter den Künsten zuweist, eine Sonderstellung, die abweicht von den Verhält­nissen in anderen Kün­sten.
Selbstverständlich wüßte man gern schon vor der Betrachtung einer Kathe­drale, was die beiden Engel über dem Altar oder ein pflanzliches Bildsym­bol an der Wand bedeu­ten oder ob sich die Maße von Langhaus und Quer­schiff im Verhältnis des Goldenen Schnittes zuein­ander verhalten.
Und selbstverständlich wüßte man gern schon vor dem Anhören von Lessings Nathan dem Wei­sen, was ein bestimmtes, heute nicht mehr gebräuchliches Wort darin bedeutet und wie es mit dem Antisemitismus in Preußen und in Hamburg zur damaligen Zeit stand. Aber bei Musik?

Erschienen in arranca! #2

Auf den Teppich kotzen, auf dem man steht

Kann künstlerische Arbeit eine Militante Untersuchung sein?

Argentinien Januar 2002: Die ehemalige ‚Kornkammer der Welt’ und noch heute einer der wichtigsten Exporteure von Agrarprodukten und Rindfleisch, sieht sich gezwungen, den Notstand für Nahrungsmittel auszurufen. Nahezu 45 Prozent der Gesamtbevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Das Land ist bankrott und hat das größte Schuldenmoratorium in der Geschichte der Weltwirtschaft ausgerufen. Im internationalen Kontext scheint Argentinien lediglich die Spitze eines Eisbergs zu sein, das Symptom für eine weltweite Tendenz, die eine allgemeine Krise staatlicher Institutionen zeigt. Aus heutiger Sicht wirkt der Fall des Staatsbankrotts in Argentinien lächerlich angesichts der verzockten Milliarden US-amerikanischer und europäischer Banken. Die Krise staatlicher Institutionen ist eine Machtfrage. Deswegen gibt es hier eben keinen Staatsbankrott.

Erschienen in arranca! #39

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