Zur Enttarnung von Klaus Steinmetz

„Die Tatsache an sich ist ja mittlerweile weitgehend bekannt”

DruckversionEinem Freund oder einer Freundin senden

Auf den folgenden Seiten haben wir versucht, Hintergründe zum Fall Bad Kleinen zusammenzutragen. Wesent­lich erschien uns vor allem herauszuar­beiten, warum sich ein V-Mann über ein Jahrzehnt in linksradikalen Struktu­ren halten konnte, ohne daß dies auf­fiel. Diese Fragen haben wir nicht gestellt, um uns voyeuristisch zu entset­zen oder Anklagen gegen vermeintli­che „Verantwortliche" zu erheben. Es ging uns vielmehr darum, zu begrei­fen, wie Klaus Steinmetz seine Spitzeltätigkeit ausübte.

Mit dem §129a kann heute so gut wie jede politische Aktivität illegalisiert werden. Jede noch so friedliche Antifa-Gruppe, die in Auseinanderset­zungen mit FaschistInnen verwickelt wird, muß sich mit Repression ausein­andersetzen. Bei der Betrachtung der Details läßt sich fragen, ob sich das gleiche im eigenen Umfeld wiederho­len könnte. Dabei nützt es nichts Hysterie, zu verbreiten und sich vom Mißtrauen packen zu lassen. Birgit Hogefeld hat recht, wenn sie in ihrem Brief schreibt, daß eine größere Offen­heit für neue Menschen immer Gefah­ren in sich birgt, aber daß diese Offenheit unverzichtbar für jede linke Politik ist. Um in diesem Sinne eine nach vorne weisende Diskussion über die V-Mann Affaire zu ermöglichen, haben wir im Rhein-Main-Gebiet mit P. (langjährige Bekanntschaft von Klaus) geredet. Dies vor allem, weil nach fast 2 Monaten immer noch keine Einzel­heiten bekannt sind, außer denen, die in den Massenmedien —zum Teil ver­fälscht— veröffentlicht wurden. Außer­dem dokumentieren wir noch einmal den 2.Brief von Birgit Hogefeld, in dem sie Klaus Steinmetz als Spitzel entlarvte. Verzichtet haben wir darauf, das Wiesbadener Flugblatt abzu­drucken, wo der Briefwechsel zwi­schen Klaus und Freundinnen nach Bad Kleinen wiedergegeben wurde. Wir glauben, daß der Inhalt inzwi­schen weitgehend bekannt sein dürfte.

Redaktion Arranca


Klaus Steinmetz ist ein Polizeispitzel, er hat die Geheimdienste auf unsere Spur gebracht und damit den Einsatz dieser Killertruppe in Bad Kleinen möglich gemacht. Ohne seine Spitzeldienste würde Wolfgang heute noch leben und wir wären beide in Freiheit.

Mit der Entscheidung der RAF, der Gefangenen und Teilen der revolutionären Widerstandsbewegung Ende der 80er Jahre für eine politische Öffnung zu allen fortschrittlichen Tei­len der Gesellschaft hin war eine Gefahr verbun­den, die uns allen bewußt war. Ich kann mich an viele Gespräche in unter­schiedlichsten Zusammen­hängen erinnern, wo wir darüber geredet haben, daß der angepeilte Neuaufbau einer breiten Bewegung für die Umwäl­zung der menschenfeind­lichen Lebensbedingun­gen hier und weltweit, der Gegenseite ganz neue Möglichkeiten für den Einsatz von V-Leuten oder sonstigen Spitzeln bietet und natürlich, du kannst nicht einerseits sagen, daß du offen auf die verschie­densten Menschen und Gruppen zugehen willst, um rauszufinden, was zusammen möglich ist für den Aufbau einer "Gegenmacht von unten", und gleichzeitig jedem Men­schen, den du neu ken­nenlernst, zuallererst mit Mißtrauen begegnen. Trotzdem war in diesen Gesprächen das Ergebnis immer dasselbe, nämlich daß es bei menschlicher Nähe, Intensität und Genauigkeit in Beziehun­gen unter denen, die sich für diesen Kampf zusam­menfinden, möglich sein muß, sich gegenseitig so gut kennenzulernen und andere in ihrer ganzen Komplexität, also auch in ihrer Widersprüchlichkeit zu verstehen, daß man der oder dem anderen mit absoluter Sicherheit ver­trauen kann.
Und trotz der wirklich bitteren Erfahrung mit Klaus Steinmetz, die zu Wolfgangs Ermordung und meiner Verhaftung geführt hat, bin ich auch in den letzten Wochen davon nicht abgekom­men: Vertrauen zwischen Menschen ist möglich. Es kann überall da wachsen, wo Menschen das für ihr gemeinsames Leben wollen.

Was ist bei der Verbin­dung zu uns in der Illegalität mit Klaus Steinmetz falsch gelaufen, wo liegen die Ungenauigkeiten und Fehler, die zu der schlim­men Fehleinschätzung über ihn geführt haben? Die Voraussetzung, nach der der Kontakt mit Klaus Steinmetz zustande kam, war, daß GenossInnen (denen ich mich auch heute verbunden fühle) für ihn "die Hand ins Feuer legen" wollten, sie fühlten sich also sicher, ihm vertrauen zu können. An diese GenossInnen habe ich jetzt natürlich viele Fragen, die meisten davon werden sie sich sicher selbst stellen.

Ich hatte mich am Don­nerstag (24.6.) nachmit­tags mit Klaus Steinmetz in Bad Kleinen getroffen, danach sind wir zusam­men nach Wismar gefah­ren, um uns um eine Übernachtungsmöglichkeit zu kümmern. In den Medien kam: ich hätte in den Tagen davor öfter mit Klaus Steinmetz telefoniert und ihn auch zu Hause angerufen, um mit ihm über Weiterstadt zu reden - das ist alles erfundener Unsinn. Wir hatten uns im April mit Klaus Steinmetz getroffen und damals das Treffen in Bad Kleinen ver­einbart. Am Donnerstag war die Stimmung fast von Anfang an ziemlich gespannt. Klaus Steinmetz war offensichtlich zum ersten Mal in der Ex- DDR und er hatte an allem was auszusetzen. Er hat alles an West-Maßstäben gemessen und selbst die Schließfächer vorn Bahnhof waren ihm zu klapprig. Den Menschen, mit denen wir zu tun hatten, ist er zum Teil mit Überheblichkeit begegnet. Ich habe ihn gefragt. warum er das so macht, alles mit diesem Blick anzuschauen und warum ihn überhaupt nichts interessiert, was hier los ist und wie die Leute sind. Er sagte natürlich dann, daß ihn das alles inter­essiert. Ich habe angefangen, ihm zu erzählen. daß ich z.B. 1990/91 mit jemand einfach ziellos in der Ex-DDR rumge­rannt bin, weil das in der Zeit dort normal war, und eine gute Möglichkeit, mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch zu kommen. Ich fand das damals sehr span­nend und interessant, denn die meisten Menschen waren anderen gegenüber noch auf­geschlossen, haben über sich und ihre Situation geredet und wollten was über das Leben im Westen wissen. Heute trifft man diese Offen­heit nur noch sehr selten an, eigentlich vor allem noch bei ziemlich alten Leuten. Das Gespräch mit Klaus Steinmetz ging daran aber nicht weiter, ich habe es abgebrochen, weil ich gemerkt habe, daß es ihm völlig gleichgültig ist, was ich erzähle und denke.

Bei dem vorherigen Treffen mit ihm hatten wir vor allem zum Ende hin das Gefühl, daß er jeder inhaltlichen Dis­kussion ausweicht, und daß er froh ist, wenn die äußeren Bedingungen ein politisches Gespräch nicht zulassen. Ich hatte ihn am Freitag auf die­sen Eindruck von uns ange­sprochen und auf eine gemeinsame Diskussion über die Fehler der KPD in den 20er Jahren, bei der wir sehr unterschiedliche Positionen hatten - an beides konnte er sich angeblich nicht mehr erinnern. Ich war ziemlich ratlos. Überhaupt kam am Freitag jedes Gespräch nur auf meine Initiative hin zustande, von ihm gingen keine eigenen Überlegungen aus und er hat mir öfter gesagt, daß andere GenossInnen inhaltliche Diskussionen verhindern, die er für drin­gend notwendig hält.
Mit mir hat er eine solche Diskussion jedenfalls nicht angefangen und auch keinen Gedanken von mir aufgegriffen.
Nach eineinhalb Tagen hatte ich ein stark distanziertes Gefühl zu Klaus Steinmetz und das hatte noch einen anderen Grund.
Am Donnerstag liefen ja in vielen europäischen Ländern die Besetzungsaktionen der kurdischen Genossen. um den eskalierten Krieg gegen ihr Volk zu stoppen. Die Reaktionen von Klaus Stein­metz auf diese Initiative waren ziemlich exakt die Reaktionen rechter Zeitungen und des Kommentators des Bayerischen Rundfunks in dem Stil >Sinnlose Kami­kaze<, sie verspielen ihre Sympathie, jetzt werden sie natürlich verboten und ausge­wiesen - ich war ziemlich wütend, weil seine ganze Haltung total distanziert und unsolidarisch war. Außerdem hat's mir noch mal gezeigt, daß er überhaupt keinen Begriff der politischen Situa­tion, in der wir uns alle heute bewegen und Initiativen bestimmen müssen, hat. Er hat überhaupt nicht verstan­den, daß die kurdischen GenossInnen wenige Alterna­tiven zu diesen Besetzungen gehabt haben, um hier breite Öffentlichkeit und politischen Druck gegen diesen Völker­mord herzustellen. Ich fand es konsequent und richtig, daß sie sich dabei gegen eine militärische Eskalation und für diese Besetzungen ent­schieden haben, sie haben alle dafür viel gegeben, ihre Freiheit.

Am Freitag abend hatte ich mir überlegt, daß ich so mit Klaus Steinmetz nicht weiter­machen kann, immer wieder fange ich Gespräche mit ihm an und habe dabei Gefühl, es interessiert und betrifft ihn überhaupt nicht. Die Folge davon war, daß wir den ganz Samstag über sehr wenig mit­einander geredet haben.
Ich habe jetzt natürlich die Frage an GenossInnen, vor allem in Wiesbaden, die ihn lange kannten, ob sie ganz andere Erfahrungen mit Klaus Steinmetz gemacht haben als die, die ich hier kurz geschil­dert habe. Sicher, das Treffen mit uns in Bad Kleinen war auch für ihn nicht die Normalität. Er hat ja die ganze Zeit über gewußt, daß er Wolfgang und mich den Mördern ausliefert, also, wie war das für Euch mit ihm? Worauf basiert Euer Vertrauen, wenn Ihr ihn noch am 9.7.1993 in einem Infola­den-Flugblatt vor angeblicher Denunziation schützen wollt?
Ist eigentlich seine ganze Rahmengeschichte wahr? Der Bauernhof der Eltern in der Pfalz? Der Selbstmord des Vaters? Seit wann hat er seine Spitzeldienste geleistet - hat das schon während seiner Zeit in Kaiserslautern ange­fangen? War er durch die dro­hende Haftstrafe bei dem Ein­bruch weiter erpreßbar geworden, sein Spitzellohn die Umwandlung des Urteils in Bewährung? Oder hat er tatsächlich nur das Geld gewollt?
Ich finde, es liegt ganz ent­scheidend bei Euch die Feh­ler, die zu Klaus Steinmetz gelaufen sind, so aufzuarbei­ten und öffentlich zu machen, daß es mit den übrigen Geheimdienstspitzeln. die in linken Zusammenhängen Fuß fassen konnten - ich gehe davon aus, daß es sie gibt - nicht zu weiteren schmerzhaf­ten Erfahrungen kommen kann.

Als nach diesem Sonntag in Bad Kleinen der erste Ver­dacht aufkam. daß Klaus Steinmetz uns verraten hat, ist mir rein gefühlsmäßig nichts zu ihm eingefallen, was für mich Verrat ausgeschlossen hätte - das geht mir zu ande­ren Menschen, die ich kenne und zu allen, die ich besser kenne, anders. Gegen den Verdacht, daß Klaus Stein­metz uns verraten hat, hat für mich in erster Linie gespro­chen, daß mir aus der Sicht polizeitaktischer Überlegung keine Begründung für einen Zugriff zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort eingefal­len ist - aber da habe ich sie zum Glück überschätzt. Es muß so gewesen sein, daß hei BKA (Bundeskriminal­amt), BAW (Bundesanwalt­schaft) usw. am Donnerstag große Enttäuschung darüber geherrscht hat, daß ich allein zu dem Treffen gekommen war, das war nicht unbedingt üblich. Ich vermute, daß Klaus Steinmetz sie am Don­nerstag oder Freitag darüber informiert hat, daß Wolfgang am Sonntag kommen wird; falls meine Verhaftung zu einem früheren Zeitpunkt (Freitag/ Samstag) geplant war, dann ist sie aus diesem Grund verschoben worden.

Der Ablauf am Sonntag vor Wolfgangs Erschießung und meiner Verhaftung war fol­gender: wir waren zu dritt in dieser Bahnhofskneipe und wir haben diese Kneipe gegen 15.15 Uhr alle drei zusammen verlassen und sind nebeneinander Richtung Unterführung und die Treppe runter gegangen. Ich hin dabei ganz links gewesen, wer in der Mitte war und wer rechts, weiß ich nicht mehr. Als wir unten in der Unter­führung angekommen waren und nach rechts Richtung Ausgang gebogen sind, hat mich ziemlich sofort dieser Bulle angesprungen - das habe ich ja schon gesagt. Klaus Steinmetz ist fast zeit­gleich (also Sekunden später) einige Meter weiter „festge­nommen“ worden. Er lag in derselben Haltung wie ich flach auf dem Boden, hinter ihm stand ein Typ mit einer Pistole im Anschlag, die auf Klaus Steinmetz gerichtet war. Ich habe ihn die ganze Zeit, bis mir diese schwarze Kapuze über den Kopf gezo­gen worden ist, dort in ca. 15 Meter Entfernung von mir gesehen.

Daß der Verfassungsschutz ihn jetzt diese Lügenkonstruk­tion hat schreiben lassen, um ihn wieder in seine alte Spit­zelposition zu hieven, fand ich schon dreist.
Aber entsetzt hat mich die Reaktion der Leute vom Wies­badener Komitee auf diesen Brief. Es muß so sein, daß Ihr das nicht merkt, aber Ihr seid mitten dabei, dieselben Feh­ler, die dazu geführt haben, daß dieser Spitzel uns auslie­fern konnte, zu wiederholen. Wie könnt Ihr heute nach allem, was passiert ist, die Frage, ob Ihr in Klaus Stein­metz den Freund und Genos­sen, oder ob Ihr in ihm den Spitzel und Handlager der Mörder seht, davon abhängig machen, ob er „konkret erklären (kann), wie er dort weggekommen ist"? (so jedenfalls habe ich das in der Zeitung gelesen). Und wenn er das „erklären“ könnte und wenn ich das Gegenteil nicht gesehen hätte, was wäre dann?

Es war vorauszusehen, und es kommt sehr massiv in den Medien "erstmals V-Mann in der Kommandoebene der RAF","V-Mann an der Spren­gung in Weiterstadt beteiligt" und ähnliches - daß das nicht stimmt, weiß ich genau. Mit der Behauptung Klaus Stein­metz sei an der Sprengung dieses Knastes beteiligt gewe­sen, soll zum x-ten Mal die Kriminalisierung von GenossInnen, die in legalen Zusam­menhingen leben, vorbereitet werden. Es gibt seit Jahren immer wieder Erklärungen gegen diese Kriminalisie­rungslügen, in denen die RAF schreibt, wie sie organisiert ist. Aber klar, die BAW pro­biert es immer wieder.

Ich selber habe lange in der Illegalität gelebt und kann sagen, daß einer wie der Klaus Steinmetz, den ich getroffen haben, niemals in die Lebenszusammenhänge dort eingeschleust werden kann. Mir liegt nichts daran, die Beziehungen, die ich in dieser Zeit gelebt und ken­nengelernt habe, zu idealisie­ren - manche Beziehungen sind sehr nahe und intensiv, zu anderen GenossInnen gibt es diese besondere Nähe und Wärme nicht - es ist so unterschiedlich, wie das die mei­sten aus ihren eigenen Lebenszusammenhängen ken­nen werden. Aber es gibt doch immer wieder Momente, wo du alles über jede und jeden weißt, ich meine damit die Grundeinstellung zum Leben, die Träume, Ängste, Hoffnungen.
Darüber hinaus entsteht unter diesen speziellen Lebensbedingungen zwischen allen eine besondere Verbun­denheit, die daraus kommt, daß jede und jeder die Ent­scheidung getroffen hat, die anderen unter allen Umstän­den zu schützen, selbst wenn das mit dem eigenen Leben bezahlt werden muß. In Bezug darauf besteht gren­zenloses gegenseitiges Ver­trauen; du legst, ohne auch nur den Bruchteil einer Sekunde zu zögern, dein Leben in die Hände deiner GenossInnen und du bist Dir jederzeit sicher, daß es dort gut aufgehoben ist. Das zu wissen und zu fühlen, war mir immer sehr wertvoll.

Jetzt kurz zu meiner eigenen Biographie:
zu dem, was mich vor vielen Jahren erschüttert und betrof­fen gemacht hat und meinen Lebensweg mit beeinflußt hat, gehören auf jeden Fall der Bericht eines vietnamesischen Gefangenen über die Folter in dem Gefangenenlager Poulo Condor- und die letzten Noti­zen des sterbenden Siegfried Hausner (Siegfried war schwerstverletzt nach Stamm­heim gebracht worden, er wollte mit einem Rechtsan­walt sprechen und sie müssen ihn immer wieder gezwungen haben, Namen und Adressen von Anwälten aufzuschrei­ben. Er hat es mehrmals gemacht, und seine Schrift wird immer zittriger - ver­schwimmt - Siegfried muß kurz darauf gestorben sein.) Es war für mich beruhigend zu erfahren, daß Wolfgang nach dem Kopfschuß nicht noch mal bei Bewußtsein gewesen ist, so konnten sie ihn nicht mehr quälen.

Irmgard Möller ist jetzt im 22.Jahr ihrer Haft, Ali Jansen wird trotz schweren Asthmas nicht freigelassen, die neue Prozeß-Welle soll gegen viele GenossInnen lebenslange Gefangenschaft zementieren, ich bin selber in Totalisola­tion.
In der Unmenschlichkeit und Brutalität dieses Staates gegen die politischen Gefan­genen habe ich immer eine besondere Schärfe der allge­meinen Entwürdigung und Verachtung gesehen, die sich hier gegen die Menschen richtet, und ich konnte daran den Charakter dieses Systems, seinen unbedingten Vernich­tungswillen gegen alle, die ihm feindlich gegenüberste­hen, früh erfassen und begreifen.

Der Tod von Holger Meins - ich war damals 17 Jahre alt - war ein tiefgreifender Einschnitt in meinem Leben und hat meine Richtung mitbestimmt - genauso wie heute der Tod von Wolfgang und die Umstände seiner Tötung im weiteren Leben einiger junger Menschen eine Rolle spielen wird.

„WIR FÜHREN IN VIELEN SPRA­CHEN DEN GLEICHEN HARTEN, ERBARMUNGSLOSEN UND OPFER­REICHEN KAMPF UND DIESER KAMPF IST NOCH NICHT ZU ENDE. DIE VERNICHTUNG DES NAZISMUS UND SEINER WURZELN IST UNSERE LOSUNG. DER AUF­BAU EINER NEUEN WELT DES FRIEDENS UND FREIHEIT IST UNSER ZIEL."

Das ist der Anfang des Schwurs der KZ-Häftlinge von Buchenwald - in dieser Tradi­tion habe ich mich, meine Lebensentscheidung und unseren Kampf immer gese­hen.

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